Worum geht es?

Glaube oder glauben sind Worte, die in unserer Gesellschaft fast zu Unworten geworden sind. Yoga, Pilates, Geld, Karriere, Fitness ... sind Worte, die heute locker in den Mund genommen werden, frei von Furcht belächelt zu werden.

Wenn ich in meinen Beratungen die Frage stelle: "Glauben Sie an Gott?",  erhalte ich als Antwort oft statt eines einfachen Jas oder Neins eine Tirade von Erklärungen, Rechfertigungen, auch Wut und so manches Mal Erstaunen.

Ein Klient rief ziemlich verzweifelt: "Ich weiß gar nicht an welchen Gott ich glauben soll, an den katholischen oder den evangelischen?!" Mein Mund antwortete: "An Gott den allmächtigen." 

Früher verband ich Glauben mit Konfession, Religion und Kirche. Mein Vater war katholisch, meine Mutter evangelisch, ich wurde katholisch getauft und wuchs auf in dem Spannungsfeld und der Auseinandersetzung von: "Welcher Glaube ist der richtige?"

Natürlich fühlte ich mich in meiner Jugend genervt von diesem religiösen Kram und wandte mich komplett ab. Das Sprichwort "Glaube versetzt Berge" war für mich eher ein Ausdruck von Naivität, als von Kraft, bis ich es verstand.

Gott sei Dank, ja, ich danke Dir Gott, dass ich erkennen durfte, dass die Frage nach richtig und falsch uns Menschen weit weg bringt und trennt von der wirksamen Kraft des Glaubens und vor allem von Dir Gott.

Ein kleiner Aspekt meiner Arbeit:

Das menschliche Gehirn speichert Worte nach Klang ab. Gott klingt wie gut. Bewusst den Namen Gott beim Sprechen und Denken zu vermeiden, schafft Vermeidung und ist ein Ausdruck von Hochmut. Hochmut führt immer Mutlosigkeit im Schlepptau.

Was bedeutet das Verb, das Tunwort glauben wirklich? Dazu gibt es keine absolute Antwort.

Für mich beginnt Glaube erst an dem Punkt oder der Grenze, an dem oder an der Beweisbarkeit endet. Lasst euch diesen Denkanstoß mal auf der Zunge zergehen. 

In unserem Kulturraum werden wir aufgefordert der Wissenschaft und ihren Beweisen zu glauben. Das ist für mich ein Widerspruch in sich. Denn, wenn etwas bewiesen ist, ist es bewiesen und der Glaube daran ist überflüssig. Ja, auch Wissenschaftler glauben, nämlich daran, dass sie es schaffen, Wissen zu schaffen. Bis der Wissenschaftler den Beweis fand, wurden seine Handlungen und Experimente durch seinen Glauben an die Beweisführung, das Ziel getragen, sonst hätte er vielleicht auf halber Strecke aufgegeben. 

 

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