Gestern wurde in meinem Garten eine gut zwanzig Jahre zählende Linde gefällt.

Wieder zeigt sich die Polarität in ihrer vollen Pracht. IDer Niedergang der Linde schenkt dem Haus und dem Garten wieder Licht. Gleichzeitig verspürte ich körperlich ein schmerzliches Ziehen im Rücken, so schnell sind zwei Jahrzehnte Wachstum zerstört und abtransportiert.

Ich begann den Weg am straßenseitigen Zaun von den kleinen Resten zu befreien, als ein Mann, nach einem Hallo mich fragte: „Hast du keinen Gärtner für deinen Garten?“ Unglaublich, diese kleine Frage, löste in mir eine Welle Selbstmitleid aus und mich selbst entwertende Gedanken sprudelten heiter durch meine Gedanken. Meine Laune ging stückchenweise nach unten, genau so wie die Pracht der Linde zerfallen war.

Stopp! Da ist er wieder, der Zeitpunkt für eine andere Sichtweise. Wow! Seit zwanzig Jahren hege und pflege ich diesen Garten, bis auf Ausnahmen, allein. Stark! Neben oder zu meiner Selbständigkeit, der Praxisarbeit, dem Kreativsein, den Hausarbeiten ... schaffte ich das immer irgendwie. Klar nicht perfekt, nicht mit links und es war und ist oft anstrengend, Ja, stimmt. Danke, Gott!

Mit dieser Sichtweise eroberte ein Lächeln mein Gesicht. Ich merkte, wie ich mich körperlich entspannte. Ade Linde. Willkommen Licht und Freude und Kraft und ...

Samstag ist heute. Die Sonne lacht. Gleich werde ich die Reste der Lindewegaktion in meinem Garten zusammenrechen und entsorgen. Der Teil des Gartens, den die Linde bis gestern beschattete, erstrahlt unter dem Sonnenlicht.

In meinem Leben habe ich gelernt und verstanden, Verluste schmerzen und befreien zugleich, immer! Meine Sichtweise über den Verlust, die ich selbst wähle, unterstützt mich, den Verlust in einen Neuanfang zu wandeln, auch mit Schmerzen. Natürlich brauche ich dazu Zeit, doch die kann ich mir geben.

„Die Zeit heilt alle Wunden.“ spricht der Volksmund. Wie wahr! Wenn ich dann noch übe, meine Narben liebevoll und ehrlich zu ehren, erkenne ich den Segen und die Kraft des christlichen Glaubens und höre erheitert die Worte: „Steh auf!“

Ein wundervoll heilsames Wochenende wünsche ich mir und allen.

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